IBA-Terrassen Großräschen: Vom Tagebau zum Campus am See
Wo früher Braunkohle abgebaut wurde, ist heute der Großräschener See zu finden. Direkt an seinem Ufer stehen die markanten IBA-Terrassen, die schon seit Jahren zu den bekanntesten Orten im Lausitzer Seenland gehören. Als Teil des Strukturwandels werden sie jetzt weiterentwickelt: Mit einem neuen Besucherzentrum, modernen Arbeits- und Veranstaltungsräumen und einer eigenen Energiewerkstatt entsteht hier ein Campus, der Tourismus, Arbeiten, Bildung und Kultur zusammenbringt.
Ein neuer Treffpunkt am Großräschener See
Die IBA-Terrassen wurden einst als Teil der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land errichtet und begleiten seitdem die Verwandlung der ehemaligen Tagebaulandschaft. Heute bieten sie einen besonderen Blick auf den Großräschener See. Mit dem Ausbau zum IBA-Campus erhält der Standort nun weitere Funktionen.
Ein erster Teil ist bereits fertiggestellt: Das neue Besucherzentrum mit Touristinformation empfängt Gäste und informiert über die Region. In weiteren Bauabschnitten werden die charakteristischen Pavillons der IBA-Terrassen umgebaut und modernisiert. Künftig sollen hier unter anderem Gastronomie, Co-Working-Arbeitsplätze und Räume für Veranstaltungen und Begegnungen entstehen. Auch das bestehende IBA-Studierhaus wird modernisiert.
So entwickelt sich der Standort vom touristischen Aussichtspunkt zu einem Ort, der auch im Alltag der Menschen eine Rolle spielen kann. Wer am See arbeitet, sich mit anderen austauschen oder eine Veranstaltung besuchen möchte, soll dafür künftig ebenso Platz finden wie Ausflügler und Urlaubsgäste.
Eine Energiewerkstatt, die mehr kann als Strom liefern
Ein weiterer Bestandteil des Campus ist die neue Energiewerkstatt. Sie soll den Standort ab 2027 klimaneutral mit Energie versorgen. Dafür setzt das Gebäude auf ein Zusammenspiel aus Photovoltaik, Wärmepumpentechnik und Wasserstoff.
Das Besondere: Die Energieversorgung soll auch für Besucherinnen und Besucher nachvollziehbar werden. Mit einer gläsernen Energiezentrale und einem Besucherstollen wird moderne Energietechnik am Standort erlebbar gemacht. Damit verbindet der IBA-Campus zwei Entwicklungen, die für die Lausitz eine große Rolle spielen: die Neunutzung ehemaliger Bergbauflächen und den Aufbau einer Energieversorgung, die ohne fossile Brennstoffe auskommen soll.
Das Lausitzer Seenland wächst weiter
Der Ausbau der IBA-Terrassen ist Teil einer viel größeren Veränderung. Über Jahrzehnte hat der Braunkohleabbau die Landschaft der Lausitz geprägt. Aus ehemaligen Tagebauen entsteht heute das Lausitzer Seenland mit neuen Uferlandschaften, Radwegen, Häfen und Freizeitangeboten.
Dabei geht es längst um mehr als die Flutung der Tagebaue. Damit die neuen Seen von den Menschen genutzt werden können, braucht es auch die passende Infrastruktur. Rund um die Gewässer entstehen deshalb neue Anlaufpunkte für Wassersport, Erholung und Begegnung.
Ein bedeutender Schritt war die Eröffnung des schiffbaren Fünf-Seen-Verbundes im Juni 2026. Er verbindet den Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See miteinander und eröffnet neue Möglichkeiten, die Region vom Wasser aus zu entdecken.
Die IBA-Terrassen ergänzen diese Entwicklung direkt am Großräschener See. Mit neuen Angeboten wird das Seeufer zu einem Ort, der weit über den klassischen Tourismus hinaus genutzt werden kann. Wo einst riesige Tagebaue die Landschaft bestimmten, entstehen heute Orte, die den Alltag und die Freizeit der Menschen bereichern.
